News vom SC Greven 09

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Ein Weltstar, der nicht da war ...

Nachhaltige Erinnerungen an ein ganz bestimmtes Hallenmasters haben Yannic Steinkamp und Frank Rüschenschulte. Nullneun hatte tatsächlich gewonnen. Ein Gastgeber-Triumpf beim E-Jugend-Hallenmasters.

Yannic Steinkamp und Frank Rüschenschulte konnten das alles nicht so recht fassen: „Wir sind ein bisschen sprachlos.“ Rein logisch betrachtet stimmte das mit der Sprachlosigkeit natürlich nicht ganz: Denn immerhin hatten die beiden Trainer ja soeben deutlich kundgetan, was in ihnen vorgeht. Aber was war schon logisch an diesem 18. Januar 2009? Greven 09 gegen Borussia Dortmund : 2:1. Nein, die Anzeigetafel in der Rönnehalle war wirklich nicht kaputt. Nullneun hatte tatsächlich gewonnen. Wenige Minuten später stemmten sie die Trophäe in die nach zwei langen Turniertagen verbrauchte Luft. Ein Gastgeber-Triumph beim E-Jugend-Hallenmasters – nur einmal (bei der Premiere 1992) hatte es das zuvor gegeben.

Und seit 2009 nie wieder. Wer ans Hallenmasters denkt, der denkt an Begegnungen mit den möglichen Fußballstars von morgen, die bei ihren Grevener Gastfamilien übernachten, an volle Ränge und wummernde Klänge, an bunte Weingummi-Tüten und den Geruch von Pommes.

Aber normalerweise eben nicht daran, dass der Lokalmatador am Ende ganz vorn stehen könnte. Im Jahr 2009, erinnert sich Frank Rüschenschulte, der diese Story in Fußballkreisen natürlich schon öfter erzählen musste, das sei einfach von allem noch ein bisschen mehr gewesen als ohnehin schon. Als seine Schützlinge am Sonntagmorgen zur Finalrunde in die Halle schlenderten, blickten sie bereits in ein grün-schwarz-weißes Fahnenmeer. Was für äußere Umstände für die Grevener Jungs, die ihre Spiele ansonsten auch mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestritten. „Dass die Jungs vor dieser Kulisse so eine Leistung abgerufen haben, ist beeindruckend“, sagte Rüschenschulte dem damaligen Zeitungsreporter. „Und ein Quäntchen Glück war auch dabei“, ergänzt er heute augenzwinkernd.

In der 09-Kaderliste von dieser historischen Masters-Ausgabe finden sich übrigens nach wie vor bekannte Namen: Luca Stegemann hielt die Abwehr zusammen, Jonas Rüschenschulte zog die Fäden, Henning Schultze-Ueberhorst schoss im Finale gegen den BVB das 1:0. Sie alle tauchen heute in der ersten Mannschaft auf. Der damalige Top-Torwart des Turniers Luca Peppenhorst kehrte unlängst nach Greven zurück.

Freilich hat die Kult-Veranstaltung neben den 2009er-Sensations-Champions noch weitere Geschichten geschrieben. 2012 zum Beispiel geriet der Sieg von Borussia Mönchengladbach irgendwie zur Randnotiz, weil sich sehr vieles um einen Weltstar drehte – der überhaupt nicht da war. Denn Raúl – im Spätherbst seiner Karriere bekanntlich ein Fußball-König bei Schalke 04 – kam nicht höchstselbst nach Greven. Aber dafür Raúls Frau, die allerdings nicht etwa Frau Raúl heißt, sondern Mamen Sanz. Das spanische Model begleitete ihren in der Schalker E-Jugend kickenden Sohn Hugo.

Und beide zogen selbstverständlich neugierige Blicke auf sich: Da half es nichts, dass die königsblauen Verantwortlichen sich große Mühe gaben, Raúls Thronfolger immer dann hinter der Bande zu verstecken, wenn der nicht gerade mit seinen Toren einen Gegner vom Parkett fidelte. Nach Mamen Sanz konnte es optisch und in Sachen Glamour eigentlich nur noch abwärts gehen: Warum nur fällt uns in diesem Zusammenhang ein, dass 2014 – also zwei Jahre danach – Mirko Slomka der prominenteste Gast war? Der erfahrene Bundesligatrainer brachte dafür natürlich immense Fußball-Expertise auf die Tribüne.

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Nächstes Jahr feiert das Hallenmasters des SC Greven 09 seinen 30. Geburtstag. Und Ex-Erfolgscoach Frank Rüschenschulte steht als aktueller 09-Jugendleiter mit seinem Team vor der Aufgabe, die Party zu organisieren. In einer Zeit, in der niemand vorhersehen kann, was morgen sein wird – geschweige denn im nächsten Winter. Bei allen Planungen und Prognosen ist Vorsicht natürlich die Mutter der Porzellankiste: „Es bringt ja nix, wenn wir jetzt Helene Fischer einladen – und dann kommt doch wieder alles ganz anders“, witzelt Rüschenschulte.

So im Frühsommer, hofft er, sei vielleicht absehbar, wie genau die Jubiläums-Auflage ablaufen könnte. Dass sie stattfinden soll – voraussichtlich am zweiten Januar-Wochenende 2022 – steht aber außer Frage. Vielleicht hält sich Helene Fischer den Termin also schon mal frei. . 

 

erstellt von Bernd Kuck am: 10.02.2021 Quelle: Westfälische Nachrichten

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